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Vortrag und Lesung „Rettet wenigstens die Kinder“

5 März, 18:30 - 20:00

Ein neues Buch beleuchtet Kindertransporte während der NS-Zeit.
Am Donnerstag, den 05. März 2020, ab 18:30 Uhr wird Autorin Angelika Rieber mit ihrem Vortrag und Lesung im Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz (Flachsmarktstraße 36,55116 Mainz) zu Gast sein, wozu wir Sie recht herzlich einladen möchten.

9. November 1938: SA-Horden und ein entmenschter Pöbel plündern und zerstören Hunderte von Synagogen und andere jüdische Einrichtungen in Nazi-Deutschland. Es kam zu Ausschreitungen gegen jüdische Bürger*innen. Wie viele Menschen während und infolgedessen ums Leben gekommen sind, ist bis heute nicht genau bekannt. Sicher ist jedoch, dass mehrere Hundert waren. Nach dem Schock des 9./10. Novembers gingen Initiativen vor allem von jüdischen Hilfsorganisationen in mehreren Ländern aus, die ihre Regierungen dazu brachten, den Kindern jüdischer Familien die Einreise zu gestatten, wobei Hilfsorganisationen oder Privatleute für den Unterhalt der Kinder bürgen mussten.
20 Lebensgeschichten dieser Kinder und drei Biografien von Retter*innen werden in dem von Angelika Rieber herausgegebenen Buch vorgestellt. Darunter ist auch die Biografie von Herta Mayer aus Harxheim. Sie machte ihr Abitur in Mainz und trat als junge Frau eine Stelle als Lehrerin an der jüdischen Bezirksschule in Bad Nauheim an. In dieser Funktion konnte sie vielen Kindern helfen, aus Deutschland zu fliehen.

Auch die Geschichte Ruth Barnetts (geb. Michaelis) ist mit Mainz verbunden und wird in dem Buch aufgegriffen. Ruth Michaelis, 1935 in Berlin geboren, wurde von ihren Eltern im Februar 1939 gemeinsam mit ihrem drei Jahre älteren Bruder in einem »Kindertransport« nach England geschickt. Sie war damals erst drei Jahre alt. Ruth Barnett berichtet in ihren 2016 auf Deutsch erschienenen Lebenserinnerungen aus der Perspektive des kleinen Mädchens über ihre Erfahrungen als heimat- und staatenloses Kind in einem fremden Land. Diese schmerzvolle Geschichte der Familie diente Ursula Krechel als Vorlage für den Roman „Landgericht“.
Die Lesung wird eingeleitet mit Ausschnitten aus Videos der Shoah-Foundation zu den Mainzerinnen Charlotte Bodenheimer geb. Bondi und Lotte Kramer geb. Wertheimer, die mit Kindertransporten nach Belgien bzw. England verschickt wurden.

Die Autorin Angelika Rieber wuchs in Kronberg auf. Sie studierte an der Universität Frankfurt Geschichte, Politik und Pädagogik und war bis 2012 als Lehrerin und Fortbildnerin tätig. Seit Ende der 1970er Jahre baute sie das Zeitzeug*innen-Projekt „Jüdisches Leben in Frankfurt“ auf. Heute ist die Vorsitzende des gleichnamigen Vereins.

Eine Kooperationsveranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz mit dem Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz.

 

Details

Datum:
5 März
Zeit:
18:30 - 20:00
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