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Hannah Arendt: Die Unbestechliche

4 Dezember, 19:00 - 21:00

Buchvorstellung mit Lesung und Gespräch

Nach achttägiger Gestapohaft verließ die Jüdin Hannah Arendt 1933 Deutschland. Über die grüne Grenze des Erzgebirges, über Prag und Genf, gelangte sie nach Paris, wurde dann 1940 als „feindliche Ausländerin“ in das südfranzösische Lager Gurs überstellt, aus dem sie entkommen konnte; 1941gelang ihr die Flucht über Marseille und Lissabon in die USA. Dort schrieb sie 1943 über ihre Situation als staatenloser Flüchtling: „Wir haben unser Zuhause und damit die Vertrautheit des Alltags verloren. Wir haben unseren Beruf verloren und damit das Vertrauen eingebüßt, in dieser Welt irgendwie von Nutzen zu sein …“

Hannah Arendt war vierzehn Jahre ohne „gültige Papiere“, sie litt entsetzlich unter diesem Zustand. Deshalb fordert sie in ihrem Werk Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft für jeden Menschen, ein „Recht, Rechte zu haben“. Für sie war dieses Recht die Grundbedingung der menschlichen Existenz in einer Gesellschaft; in diesem Sinn verlangte sie eine Ergänzung zur amerikanischen Verfassung, dass niemand seine Staatsangehörigkeit verlieren dürfe, wenn er dadurch staatenlos würde.

Allein ihre persönliche Stärke, ihr weiter intellektueller Horizont und ihre Begabung zur Freundschaft, ermöglichten ihr, dass sie trotz Flucht und Staatenlosigkeit weder ihre politische noch ihre kulturelle Heimat verlor. Als Weltbürgerin löste sie ihre Bindung an einen Nationalstaat und engagierte sich, wo sie im Einverständnis mit der Verfassung lebte.

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Frauenbüro der Stadt Mainz.
Der Eintritt ist frei.
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Details

Datum:
4 Dezember
Zeit:
19:00 - 21:00
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