
Am 1. Februar öffnen wir zwischen 11 und 15 Uhr unser Haus für die Sonderausstellung „Wohnungslose im Nationalsozialismus“.
Als sogenannte ‚Asoziale‘ und ‚Berufsverbrecher‘ verfolgten die Nationalsozialisten Menschen, die nach NS-Ideologie nicht zur ‚Volksgemeinschaft‘ gehörten. Davon betroffen waren u.a. arbeits- und wohnungslose Menschen, Fürsorgeempfänger*innen, Prostituierte, Bettler*innen, Rückfallstraftäter*innen, aber auch Menschen, die nie angeklagt worden waren und in Armut lebten.
Erst 2020 erkannte der Deutsche Bundestag diese Menschen als Opfer des Nationalsozialismus an.
Mit der Ausstellung „Wohnungslose im Nationalsozialismus“ möchte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe an die Verfolgung von wohnungslosen Menschen während des Nationalsozialismus erinnern und die Rolle sowie Verantwortung der damaligen Wandererfürsorge beleuchten. Die Ausstellung soll nicht nur einen Beitrag zur Aufarbeitung einer wichtigen, jedoch oft übersehenen Periode in der Geschichte der Wohnungslosenhilfe leisten, sondern auch als Plattform dienen, um das Bewusstsein in der Gesellschaft für dieses Thema zu schärfen.
Bis heute bleibt die genaue Zahl der in Konzentrationslagern internierten Bettler und Landstreicher, ab 1938 auch als ‚Nichtseßhafte‘ bezeichnet, ungeklärt. Expert*innen schätzen, dass insgesamt etwa 70.000 Menschen aufgrund der Stigmatisierung als ‚asozial‘ und ‚Berufsverbrecher‘ deportiert und ermordet wurden (Konzeption und Texte: Wolfgang Ayaß, Kassel; Grafische Gestaltung: Hans-Georg Vogt, Bielefeld).

