Dank der finanziellen Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz konnten wir ein Angebot konzipieren, das sich speziell an Grundschulen (4. Klassen) richtet. Im Zentrum stehen die Themen demokratisches Zusammenleben, Ausgrenzung und Nationalsozialismus.

Dieses Angebot umfasst insgesamt vier Tage (von 1,5 bis 4 Stunden), wobei die Themen aufeinander aufbauen – aber auch einzelne Aspekte können wie Module gebucht werden. Eine inhaltliche Vorbereitung zum Thema Nationalsozialismus ist notwendig. Gerne beraten wir Interessierte hinsichtlich einer geeigneten Vorbereitung der Schüler*innen. Wenn Sie Interesse an unserem Angebot haben, weitere Informationen oder eine Beratung wünschen, wenden Sie sich gerne per Mail an uns: bildung@hde-mainz.de

Gruppenbildung im Alltag – heute und früher (Tag 1)


In diesem Modul beschäftigen sich die Kinder durch spielerische Methoden mit den Fragen „Was macht eine (Freundes-)Gruppe aus?“, „Wie entstehen einzelne Gruppen in einer Gesellschaft?“ und „Wann beginnt Ausgrenzung?“.

Im Anschluss daran steht das Thema Nationalsozialismus und insbesondere die von den Nationalsozialisten betriebene Ausgrenzung im Zentrum. Im Rückgriff auf das Vorwissen der Kinder wird erarbeitet, welche Gruppen von den Nationalsozialisten ausgegrenzt und verfolgt wurden. Dabei liegt der Fokus unter anderem auf Verboten für jüdische Menschen, um zu verdeutlichen, wie sehr Gesetze und Verordnungen den Alltag von jüdischen Kindern in der NS-Zeit belasteten.

Fünf jüdische Zeitzeug*innen aus Mainz (Tag 2)


Anhand von Biografie-Kisten setzen sich die Kinder mit den Lebensgeschichten von fünf ehemaligen Mainzer*innen auseinander, die die NS-Zeit überleben konnten. Dabei erhalten die Teilnehmer*innen neben Texten zu den jeweiligen Biografien auch passende Gegenstände, die sie mit den Geschichten verknüpfen können. Daneben bekommen sie kurze Interviewsequenzen mit den Zeitzeug*innen zu sehen, um ein Gesicht und eine Stimme zu den Personen zu erhalten. In Kleingruppen erarbeiten sich die Kinder so die Biografien und können diese – unter Berücksichtigung der Gegenstände – im Anschluss der gesamten Gruppe vorstellen.

Auf den Spuren des Nationalsozialismus durch die Mainzer Neustadt (Tag 3)


Die Kinder begeben sich bei einem Stadtrundgang auf die Spuren der Familie Salomon, die vor der Machtübertragung an die Nationalsozialisten in der Kaiserstraße in Mainz lebte. Die Tochter der Familie – Gerty Meyer-Jorgensen – schrieb ihre Erinnerungen auf, sodass die Kinder bei diesem Rundgang eine weitere Zeitzeugin kennenlernen können. An vier Stationen erfahren die Kinder mehr über die Geschichte des Nationalsozialismus und des jüdischen Lebens in der Stadt, sodass sie regionale Verknüpfungen schaffen können.

Demokratisches Zusammenleben – Rollenspiel in einem fiktiven Land (Tag 4)


Im abschließenden Modul schlüpfen die Kinder in unterschiedliche Rollen und begeben sich auf die Reise in ein fiktives Land „Narubien“. In diesem Land kam es nach einer langen Blütezeit zu einer wirtschaftlichen Krise. Dadurch, dass die Unzufriedenheit innerhalb der Bevölkerung wuchs, kommt es vermehrt zu Ausgrenzungsmechanismen in der narubischen Gesellschaft. Im Rollenspiel widmen sich die Kinder so aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage: Wie geht man mit Ausgrenzung um und wie kann ein demokratisches Zusammenleben gestaltet werden?

Den Abschluss bildet eine Reflexionsrunde, in der die Kinder die gewonnenen Erkenntnisse auf ihren eigenen Alltag übertragen können. Dabei haben sie die Möglichkeit, Mutmach-Karten zu gestalten, die sie an das Gelernte erinnern.

Sollten Sie Interesse an diesem Angebot haben, können Sie sich gerne jederzeit bei uns melden. Schreiben Sie dazu am besten eine Mail an bildung@hde-mainz.de!

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