{"id":6877,"date":"2024-03-06T17:08:59","date_gmt":"2024-03-06T16:08:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/?p=6877"},"modified":"2024-03-06T17:09:01","modified_gmt":"2024-03-06T16:09:01","slug":"nachbericht-mainzer-erinnerungswochen-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/2024\/03\/06\/nachbericht-mainzer-erinnerungswochen-2024\/","title":{"rendered":"Nachbericht Mainzer Erinnerungswochen 2024"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Mainzer Erinnerungswochen 2024 waren wie immer ein gro\u00dfer Erfolg und wir freuen uns sie mit unseren Kooperationspartner*innen gestalten zu d\u00fcrfen. Im Jahr 2024 fokussierten Sie sich vor allem auf das Schicksal von Zwangsarbeiter*innen. Vielen Dank f\u00fcr die tolle und wie immer sehr freundliche Zusammenarbeit an die folgenden Kooperationspartner*innen und allen voran dem FC Ente Bagdad: VVN-BdA, KV Mainz-Bingen, Frauenb\u00fcro der Stadt Mainz, dem 1. FSV Mainz 05, dem Landessportbund RLP, dem Erbacher Hof \u2014 Akademie des Bistums Mainz, dem Ministerium f\u00fcr Familie, Frauen, Kultur und Integration, dem B\u00fcndnis f\u00fcr Erinnerung und Vielfalt sowie der !NieWieder\u2014Initiative.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1042\" height=\"651\" src=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_3396__opt_web.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6878\" srcset=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_3396__opt_web.jpg 1042w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_3396__opt_web-300x187.jpg 300w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_3396__opt_web-768x480.jpg 768w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG_3396__opt_web-150x94.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1042px) 100vw, 1042px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Zwangsarbeit f\u00fcr den \u201eEndsieg\u201c: Das KZ Mittelbau-Dora 1943\u20131945 | Ausstellungser\u00f6ffnung mit Vortrag<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Begonnen haben die Mainzer Erinnerungswochen mit einer Ausstellungser\u00f6ffnung im Haus des Erinnerns \u2014 f\u00fcr Demokratie und Akzeptanz am 21. Januar. Die Ausstellung \u201eZwangsarbeit f\u00fcr den \u201eEndsieg\u201c: Das KZ Mittelbau-Dora 1943\u20131945 von der KZ-Gedenkst\u00e4tte Mittelbau Dora wurde um einige Paneele zur Zwangsarbeit in Mainz vom VVN-BdA, KV Mainz-Bingen erg\u00e4nzt. Anett Dremel, die stellvertretende Leiterin der Gedenkst\u00e4tte KZ Mittelbau-Dora in Nordhausen (Th\u00fcringen) f\u00fchrte in diese Ausstellung ein. Nach einer Einf\u00fchrung mit historischem Kontext folgten weitere vier Schwerpunkte, die umfassend erkl\u00e4rte Zusammenh\u00e4nge und Hintergr\u00fcnde nahebrachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der erste Schwerpunkt beschrieb, wie sich das Lager vom Au\u00dfenlager Dora zum KZ-Mittelbau entwickelte. Dabei wurde \u00fcber die Gr\u00fcndung des KZ-Au\u00dfenlagers Dora mit der Verlagerung der Raketenr\u00fcstung aus Peenem\u00fcnde, der Einrichtung des unterirdischen Konzentrationslagers im Kohnstein im Herbst 1943 und die Entwicklung vom Buchenwalder Au\u00dfenlager \u201eDora\u201c zum selbst\u00e4ndigen KZ Mittelbau im Laufe des Jahres 1944 berichtet. Thema war ferner die Einbettung des KZ-Mittelbau in den regionalen NS-Lagerkosmos. In einem Landschaftsrelief des Harzes sind die Standorte der Lager des KZ-Mittelbau markiert. Diese zogen sich als dichtes Netz \u00fcber die gesamte Region.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zweite Schwerpunkt besch\u00e4ftigte sich vor allem mit den H\u00e4ftlingen. Es wurde aufgef\u00fchrt aus welch vielf\u00e4ltigen Gr\u00fcnden H\u00e4ftlinge in die Konzentrationslager eingewiesen worden waren und aus welchen Herkunftsl\u00e4ndern die Insassen des KZ Mittelbau-Dora stammten. Au\u00dferdem wurden Hierarchien innerhalb der H\u00e4ftlingsgesellschaft aufgezeigt, wozu auch das System der Funktionsh\u00e4ftlinge geh\u00f6rte. Das bestimmende Kennzeichen der KZ-Haft in Mittelbau-Dora war die m\u00f6rderische Zwangsarbeit. Sie steht deshalb auch in diesem Ausstellungsabschnitt im Mittelpunkt. Weitere wichtige Themen waren der Widerstand und die Selbstbehauptung der H\u00e4ftlinge.<\/p>\n\n\n\n<p>Der dritte Schwerpunkt besch\u00e4ftigte sich vor allem mit den T\u00e4tern, Mitt\u00e4tern und Zuschauer*innen, die die Gr\u00e4ueltaten erst erm\u00f6glichten bzw. sogar selbst begingen. Deshalb wurden die Angeh\u00f6rigen der Lager-SS und die Wachmannschaften dargestellt, die sich zu einem gro\u00dfen Teil aus Luftwaffensoldaten zusammensetzten. Anhand biografischer Beispiele wurden auch Manager, Techniker und Ingenieure pr\u00e4sentiert, ohne die der Betrieb des KZ Mittelbau-Dora nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Ferner wurden Fragen nach der Einbindung der Mittelbau-Lager in die regionale Wirtschaftsstruktur und nach der Haltung der von der H\u00e4ftlingsarbeit profitierenden Firmen aufgeworfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das letzte Kapitel ihres Vortrages \u00fcberschrieb sie mit den Worten \u201eZusammenbruch und kein Ende\u201c und behandelte damit das Ende des Lagers und die weiteren Folgen f\u00fcr beide Gruppen. Mit der Ankunft von 16.000 H\u00e4ftlingen, die von der SS im Winter 1944\/45 aus den ger\u00e4umten Konzentrationslagern Auschwitz und Gro\u00df-Rosen in den Harz gebracht wurden, begann die Aufl\u00f6sungsphase des KZ Mittelbau. In diesem letzten Teil des Vortrages wurden zudem die Todesm\u00e4rsche aus dem ger\u00e4umten KZ Mittelbau im April\/Mai 1945, die Befreiung einiger hundert \u00dcberlebender in Dora und in der Boelcke-Kaserne am 11. April 1945 sowie die Geschichte des \u201eDP-Camps\u201c Dora dargestellt. Ferner wurden die Prozesse gegen nur wenige T\u00e4ter aus dem KZ Mittelbau pr\u00e4sentiert, die im Kontrast stehen zu den Nachkriegskarrieren vieler anderer T\u00e4ter, vor allem der Manager und Ingenieure, und zu den Lebenswegen von KZ-\u00dcberlebenden, die lange vergeblich auf gesellschaftliche Anerkennung und materielle Entsch\u00e4digung warten mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend begann eine ausf\u00fchrliche Fragerunde in der die Themen diskutiert wurden und zum Schluss konnten sich die rund 33 Besuchenden die Ausstellung anschauen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6879\" srcset=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/2.jpg 1200w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/2-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/2-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/2-150x84.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Ausl\u00e4ndische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Mainz w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Am 24. Januar f\u00fchrte Dr. Hedwig Br\u00fcchert in die Situation von Zwangsarbeiter*innen in Mainz ein und setzte somit einen regionalen Bezug in der Themenreihe. Nach Gru\u00dfworten von Henrik Drechsler, Referent im Haus des Erinnerns \u2014 f\u00fcr Demokratie und Akzeptanz und Marianne Grosse, Dezernentin der Landeshauptstadt Mainz f\u00fcr Bauen, Denkmalpflege und Kultur begann Frau Dr. Hedwig Br\u00fcchert mit ihrem Vortrag. In diesem zeigte sie verschiedene Facetten des Themas Zwangsarbeit in Deutschland und speziell in Mainz w\u00e4hrend des Naziregimes, deren Organisation, Hintergr\u00fcnde und Entwicklung im Verlauf des Zweiten Weltkrieges auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Von 1939 bis 1945 mussten Millionen von Kriegsgefangenen und Zivilarbeitskr\u00e4ften unter meist unmenschlichen Bedingungen im nationalsozialistischen Deutschland Zwangsarbeit leisten, davon auch mindestens 8.000 in Mainz und seinen damaligen rechtsrheinischen Stadtteilen. Sie waren w\u00e4hrend der Kriegsjahre nicht nur in der R\u00fcstungsindustrie, sondern auch in allen Mittel- und Kleinbetrieben, im Handwerk und Gastgewerbe, in der Landwirtschaft, in Privathaushalten, in Staats- und Kommunalbetrieben zu finden. Die Art und Weise der Rekrutierung sowie die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Zwangsarbeitskr\u00e4fte waren je nach ihrer Herkunft sehr unterschiedlich. \u201eOstarbeiter\u201c waren hinsichtlich ihrer Rechte und ihrer Ern\u00e4hrung wesentlich schlechter gestellt als \u201eWestarbeiter\u201c. Der Vortrag Frau Dr. Br\u00fccherts widmet sich vor allem den Menschen aus der Sowjetunion, Polen und Frankreich. Auch die besondere Problematik der osteurop\u00e4ischen Frauen und ihrer Kinder wurde angesprochen. Nach dem Vortrag konnten die rund 35 Besuchenden ausf\u00fchrlich Fragen stellen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"814\" src=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG-20240127-WA0000.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6882\" srcset=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG-20240127-WA0000.jpg 1200w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG-20240127-WA0000-300x204.jpg 300w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG-20240127-WA0000-768x521.jpg 768w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG-20240127-WA0000-150x102.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>\u201eGemeinsam f\u00fcr Erinnerung und Vielfalt\u201c Stadionaktion mit Fu\u00dfballspiel des FC Ente Bagdad<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Zu ehren des Erinnerungstages im deutschen Fu\u00dfball, der sich in diesem Jahr zum 20. Mal j\u00e4hrte, fand am 27. Januar in der \u201eEnten_Arena\u201c ein Fu\u00dfballspiel zwischen dem FC Ente Bagdad und Makkabi Frankfurt statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Le Ma\u00eetre der Enten er\u00f6ffnete den offiziellen Teil dieser Stadionaktion zum Erinnerungsspieltag im deutschen Fu\u00dfball am 27. Januar:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>\u201eWie dringend notwendig dieser Gedanke insbesondere heute ist, zeigt zum Beispiel der Hashtag #Nie-wieder-ist-jetzt, der zur Zeit in den sozialen Medien allgegenw\u00e4rtig ist. Auch die hunderttausenden, ja Millionen Menschen, die derzeit in ganz Deutschland auf die Stra\u00dfe gehen, skandieren \u201eNieWieder\u201c auf den Demos gegen Rechts.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der FC Ente Bagdad steht seit \u00fcber 50 Jahren f\u00fcr Weltoffenheit, Toleranz und Respekt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>\u201eWir sagen: Hass ist keine Meinung, Hetze ist kein Argument und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist keine Basis f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben. Nicht in Deutschland, nicht in Europa \u2013 nirgends auf der Welt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Als Zeichen gegen Antisemitismus und f\u00fcr die Solidarit\u00e4t mit unseren j\u00fcdischen Freunden veranstalten wir den heutigen Erinnerungstag durch ein Freundschaftsspiel mit Makkabi. Dabei wollen wir auch der zigtausenden unschuldigen Menschen gedenken, sowohl auf israelischer wie auf pal\u00e4stinensischer Seite, die Opfer von Terror und von Krieg geworden sind.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Monika Fuhr, die Beauftragte der Ministerpr\u00e4sidentin f\u00fcr j\u00fcdisches Leben und Antisemitismusfragen ging in ihrer Begr\u00fc\u00dfung ebenso auf die derzeitige politische Lage in Deutschland ein und unterstrich, dass es in Rheinland-Pfalz keinen Platz f\u00fcr Rassismus und Antisemitismus gibt. Der sportliche Leiter von Makkabi, Ari Leibovici, gab seiner Freude \u00fcber die langj\u00e4hrige Freundschaft mit dem FC Ente Bagdad Ausdruck. Dabei verga\u00df er nicht, auf die Schwierigkeiten und die \u00c4ngste der j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger wegen antisemitischer Bedrohung hinzuweisen, die in den letzten Jahren und insbesondere nach dem 7. Oktober 2023 noch einmal gr\u00f6\u00dfer geworden sind. Abschlie\u00dfend richtete er einen Appell der Solidarit\u00e4t, der Toleranz und des Respekts an die zahlreichen Zuschauer und Spieler.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit ein paar Minuten Versp\u00e4tung und im Schein der bereits untergehenden Sonne betraten die Spieler beider Mannschaften das Spielfeld; die Enten-Kicker mit Kippa als Zeichen der Solidarit\u00e4t. Einer Gedenkminute f\u00fcr die Opfer der Shoa sowie die Opfer des Krieges in Israel und Pal\u00e4stina folgte der Austausch der jeweiligen Vereins-Devotionalien durch die beiden Spielf\u00fchrer. Dann pfiff Schiedrichter Wurzel die Partie endlich an. Der Endstand war zweitrangig, denn am Ende gingen Enten und Makkab\u00e4er als Sieger vom Platz.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG-20240129-WA0001.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6883\" srcset=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG-20240129-WA0001.jpg 1600w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG-20240129-WA0001-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG-20240129-WA0001-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG-20240129-WA0001-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/IMG-20240129-WA0001-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Gedenkveranstaltung an den Mahnmalen auf dem Waldfriedhof Mainz-Mombach Besuch zweier Gedenkst\u00e4tten mit Vortrag<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Am 28. Januar fand im Rahmen der Mainzer Erinnerungswochen eine Gedenkveranstaltung f\u00fcr die Zwangsarbeiter*innen in Mainz sowie ein Gedenken an den Umgang mit den Opfern des Faschismus in Mainz auf dem Mombacher Waldfriedhof mit statt. Es wurden Kr\u00e4nze niedergelegt und knapp 55 Besuchende folgten den Reden.<\/p>\n\n\n\n<p>Anne Waninger vom VVN BdA sprach \u00fcber den Mainzer Umgang mit dem Gedenken an die Opfer des Faschismus. Sie beleuchtete die Geschichte des VVN Gedenksteins auf dem Mombacher Waldfriedhof. Als sich am 21. M\u00e4rz 1948 mehr als zweihundert \u00dcberlebende der Gef\u00e4ngnisse und Konzentrationslager des deutschen Faschismus auf dem Waldfriedhof im Mainzer Stadtteil Mombach versammelten, bestand noch ein breiter antifaschistischer Konsens in der Gesellschaft. Im Visier des Staatsapparats wurde der grundsteinlegende VVN 1955 in Rheinland-Pfalz und einigen anderen Bundesl\u00e4ndern verboten. Erst in den 1970er Jahren wurden VVN-Aktivit\u00e4ten auch in Rheinland-Pfalz nicht weiter verboten und verfolgt. Mehr zur Geschichte des Gedenksteins kann an dieser Stelle nachgelesen werden. Zum Gedenken an die Opfer der faschistischen Zwangsarbeit in Mainz steht auch das sowjetische Ehrenmal auf dem Waldfriedhof in Mainz-Mombach, etwa f\u00fcnf Gehminuten vom ersten Gedenkstein entfernt. Angeh\u00f6rige der SS hatten auf dem Gel\u00e4nde des Mombacher Waldfriedhofes noch am 19. M\u00e4rz 1945, wenige Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner, 31 sowjetische Zwangsarbeiter erschossen, die nicht mehr arbeitsf\u00e4hig oder vermutlich f\u00fcr den geplanten Evakuierungsmarsch zu schwach gewesen waren. Nach dem Krieg wurden an der s\u00fcdwestlichsten Ecke des Mombacher Waldfriedhofes, in der sogenannten Russenkuhle, weitere 41 Einzelgr\u00e4ber gefunden. Hier\u00fcber, sowie \u00fcber die Lage der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Mainz allgemein, berichtete Dr. Hedwig Br\u00fcchert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6884\" srcset=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/4.jpg 1200w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/4-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/4-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/4-150x84.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Die Erinnerungen Pierre Cordiers an die Zwangsarbeit auf der Schiffswerft in Mainz-Gustavsburg | Vortrag mit Lesung<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Am 29. Januar wurde der regionale Bezug der Mainzer Erinnerungswochen um ein Beispiel aus Mainz zur Zwangsarbeit auf der Schiffswerft in Mainz-Gustavsburg und der Biografie von Pierre Cordier erweitert. Die rund 60 G\u00e4ste wurden von der Studienleiterin Akademie des Bistums Mainz &#8211; Erbacher Hof, Dr. Felicitas Janson im St. Hildegard-Saal sehr herzlich begr\u00fc\u00dft und sie leitete das Thema des Abends und den Vortrag von Frau Hartwig-Th\u00fcrmer direkt ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Beginn des Krieges wurden ab 1939 neben Kriegsgefangenen auch zivile Arbeitskr\u00e4fte unter Zwang ins deutsche Reichsgebiet verbracht, die in allen Arbeitsbereichen eingesetzt wurden. In den Mainzer Vororten und Umlandgemeinden bekamen die viele Betriebe vom Arbeitsamt Hilfskr\u00e4fte zugewiesen, die schon bald vielerorts zum normalen Erscheinungsbild geh\u00f6rten. Ein gro\u00dfer Teil der Mainzer Zwangsarbeiter*innen arbeitete in Fabriken bzw. bei kommunalen oder Staatsbetrieben. Das gr\u00f6\u00dfte Lager in Mainz bestand in der M.A.N.-Fabrik in Mainz-Gustavsburg mit 1.067 Insassen mit verschiedensten Nationalit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Februar 1943 wurde der achtzehnj\u00e4hrige Pierre Cordier aus seiner franz\u00f6sischen Heimatstadt als Arbeiter auf die Schiffswerft Mainz-Gustavsburg gebracht, wo er bis zur Befreiung 1945 verbleiben musste. Jahre sp\u00e4ter schrieb er seine Erinnerungen auf, die 2005 auf Deutsch ver\u00f6ffentlicht wurden. Die Historikerin Christine Hartwig-Th\u00fcrmer erl\u00e4uterte die Geschichte der Zwangsarbeit in Mainz und den langen Weg der Aufarbeitung in einem umfassenden Vortrag mit vielen Details und gro\u00dfem \u00dcberblick.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschluss las die Schauspielerin Petra Steck Textstellen aus den Erinnerungen Pierre Cordiers, die sehr eindr\u00fccklich die Situation der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter schilderten, ihren Hunger, ihre Schmerzen, ihre Angst und ihre trotzdem vorhandene Hoffnung darauf, die Heimat einst wieder zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6885\" srcset=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/5.jpg 1200w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/5-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/5-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/5-150x84.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Von einem Ort des Jubels zu einem Ort des Unrechts. Zwangsarbeitslager auf Fu\u00dfball- und Sportpl\u00e4tzen Projektvorstellung mit Diskussion<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Am 31. Januar fand der letzte Vortrag der Mainzer Erinnerungswochen mit einer Projektvorstellung und Diskussion von dem Projekt \u201eNS-Zwangsarbeit auf Sportpl\u00e4tzen. Auch dort, wo du jubelst?\u201c statt. Le Ma\u00eetre der Enten begr\u00fc\u00dfte die rund 40 Besuchenden der Veranstaltung im Mainzer Fanhaus. Anschlie\u00dfend stellte Lara Strelau vom Landessportbund Rheinland-Pfalz die seit einigen Jahren mit den Enten laufende Zusammenarbeit in den Vordergrund. IdS \u2013 Integration durch Sport ist ein Programm des LSB RLP, in dem der FC Ente Bagdad aktiv ist, und woraus hat sich auch die Kooperation in der Erinnerungsarbeit, die die Referentin Rheinhessen \u201eIntegration durch Sport\u201c als \u00e4u\u00dferst wichtig einstufte, entwickelt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach begann die Projektvorstellung durch Julian Krings von Augustschacht e.V. in Osnabr\u00fcck. \u201eNS-Zwangsarbeit auf Sportpl\u00e4tzen. Auch dort, wo du jubelst?\u201c \u2013Unter diesem Motto befasst sich seit Anfang 2023 eine Arbeitsgruppe der Gedenkst\u00e4tten Gestapokeller und Augustaschacht mit ehemaligen NS-Zwangsarbeitslagern auf Fu\u00dfball- und Sportpl\u00e4tzen in Deutschland und \u00d6sterreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass diese h\u00e4ufig auf zuvor hoch frequentierten Fu\u00dfball- und Sportpl\u00e4tzen errichtet wurden, ist vielfach noch kaum aufgearbeitet. Durch die partizipative Arbeit von Menschen aus Vereinen, Fanszenen und B\u00fcrgervereinen sowie interessierten Einzelpersonen soll die Geschichte dieser Orte erforscht werden und diese mittels einer interaktiven, digitalen Karte auf einer eigenen Homepage sichtbar gemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner Projektvorstellung mit anschlie\u00dfender Diskussion stellte Julian Krings die bisherigen Forschungsergebnisse vor und bot sowohl w\u00e4hrend seines Vortrages als auch im Anschluss die M\u00f6glichkeit, \u00fcber die Bedeutung der Erforschung von NS-Verbrechen im Kontext Sport f\u00fcr die Erinnerungskultur zu diskutieren. Ohne einen Aufruf zur Mitarbeit wollte er den Abend allerdings nicht beenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Grundlage f\u00fcr diese Nachberichte sind die Texte von FC Ente Bagdad, welche <a href=\"https:\/\/www.ente-bagdad.de\/news.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.ente-bagdad.de\/news.html\">hier<\/a> einzusehen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Mainzer Erinnerungswochen 2024 waren wie immer ein gro\u00dfer Erfolg und wir freuen uns sie mit unseren Kooperationspartner*innen gestalten zu d\u00fcrfen. Im Jahr 2024 fokussierten Sie sich vor allem auf das Schicksal von Zwangsarbeiter*innen. Vielen Dank f\u00fcr die tolle und wie immer sehr freundliche Zusammenarbeit an die folgenden Kooperationspartner*innen und&#8230;<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/2024\/03\/06\/nachbericht-mainzer-erinnerungswochen-2024\/\"><span>Weiterlesen<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"episode_type":"audio","audio_file":"","podmotor_file_id":"","podmotor_episode_id":"","cover_image":"","cover_image_id":"","duration":"","filesize":"","filesize_raw":"","date_recorded":"","explicit":"","block":"","ngg_post_thumbnail":0,"_price":"","_stock":"","_tribe_ticket_header":"","_tribe_default_ticket_provider":"","_tribe_ticket_capacity":"0","_ticket_start_date":"","_ticket_end_date":"","_tribe_ticket_show_description":"","_tribe_ticket_show_not_going":false,"_tribe_ticket_use_global_stock":"","_tribe_ticket_global_stock_level":"","_global_stock_mode":"","_global_stock_cap":"","_tribe_rsvp_for_event":"","_tribe_ticket_going_count":"","_tribe_ticket_not_going_count":"","_tribe_tickets_list":"[]","_tribe_ticket_has_attendee_info_fields":false,"footnotes":""},"categories":[75,1,87],"tags":[96,49,252,14,146,122,12],"series":[547],"class_list":["post-6877","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-allgemein","category-nachberichte","tag-ausstellung","tag-diskussion","tag-gedenken","tag-lesung","tag-mainz","tag-nationalsozialismus","tag-vortrag","series-haus-des-erinnerns"],"episode_featured_image":false,"episode_player_image":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/plugins\/seriously-simple-podcasting\/assets\/images\/no-album-art.png","download_link":"","player_link":"","audio_player":false,"episode_data":{"playerMode":"dark","subscribeUrls":[],"rssFeedUrl":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/feed\/podcast\/haus-des-erinnerns","embedCode":"<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"zUFYCuhCDh\"><a href=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/2024\/03\/06\/nachbericht-mainzer-erinnerungswochen-2024\/\">Nachbericht Mainzer Erinnerungswochen 2024<\/a><\/blockquote><iframe sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" src=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/2024\/03\/06\/nachbericht-mainzer-erinnerungswochen-2024\/embed\/#?secret=zUFYCuhCDh\" width=\"500\" height=\"350\" title=\"&#8222;Nachbericht Mainzer Erinnerungswochen 2024&#8220; &#8211; Haus des Erinnerns\" data-secret=\"zUFYCuhCDh\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\" class=\"wp-embedded-content\"><\/iframe><script type=\"text\/javascript\">\n\/* <![CDATA[ *\/\n\/*! 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