{"id":6335,"date":"2023-09-30T18:11:00","date_gmt":"2023-09-30T16:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/?p=6335"},"modified":"2023-09-30T18:41:24","modified_gmt":"2023-09-30T16:41:24","slug":"nachbericht-lesung-die-schoenheit-der-differenz-mit-der-autorin-hadija-haruna-oelker-und-diskussion-mit-miguel-vicente-dem-beauftragten-der-landesregierung-rheinland-pfalz-fuer-mig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/2023\/09\/30\/nachbericht-lesung-die-schoenheit-der-differenz-mit-der-autorin-hadija-haruna-oelker-und-diskussion-mit-miguel-vicente-dem-beauftragten-der-landesregierung-rheinland-pfalz-fuer-mig\/","title":{"rendered":"Nachbericht: Lesung \u201eDie Sch\u00f6nheit der Differenz\u201c mit der Autorin Hadija Haruna-Oelker und Diskussion mit Miguel Vicente, dem Beauftragten der Landesregierung Rheinland-Pfalz f\u00fcr Migration und Integration am 13. September"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1970\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/20230913_191102-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6336\" srcset=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/20230913_191102-scaled.jpg 1970w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/20230913_191102-231x300.jpg 231w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/20230913_191102-768x998.jpg 768w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/20230913_191102-1182x1536.jpg 1182w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/20230913_191102-1576x2048.jpg 1576w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/20230913_191102-115x150.jpg 115w\" sizes=\"auto, (max-width: 1970px) 100vw, 1970px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Mainz hat viele Gesichter und ebenso viele Geschichten. In ihnen spiegelt sich die \u201eSch\u00f6nheit der Differenz\u201c, die immer wieder fragt: \u201eWie genau wollen wir zusammenleben?\u201c. Mit dieser Frage besch\u00e4ftigt sich die Frankfurter Journalistin, Politikwissenschaftlerin und Moderatorin Hadija Haruna-Oelker. In Ihrem Buch \u201eDie Sch\u00f6nheit der Differenz\u201c skizziert sie eine Welt, in der es Wege gibt, um neue R\u00e4ume zu schaffen, eine Sprache zu finden und ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander zu entwickeln. Eine Gesellschaft, in der Menschen bereit sind, g\u00e4ngige Routinen zu hinterfragen. Das Buch ist ein Pl\u00e4doyer, Vielfalt als Bereicherung der Gesellschaft anzusehen, geschm\u00fcckt mit pers\u00f6nlichen Erlebnissen und gesellschaftspolitischen Perspektiven. Am 13. September las Sie verschiedene Ausschnitte aus ihrem Buch im Haus des Erinnerns \u2013 F\u00fcr Demokratie und Akzeptanz vor und reflektierte diese anschlie\u00dfend in einem Gespr\u00e4ch mit Juliana Albuera-Hanoumis, P\u00e4dagogische Assistentin im Regionalb\u00fcro Rheinland-Pfalz \/ Saarland der Friedrich-Ebert-Stiftung.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst las Hadija Haruna-Oelker einen Ausschnitt vor, in dem sie von einem ihren Initialmomenten sprach. Diese Momente beinhalten Ausl\u00f6ser, die zu einem selbstreflektierten Nachdenken animieren. Man spielt Situationen erneut durch, bei denen eine Irritation oder eben Unterschiede gesp\u00fcrt hat und hinterfragt seine Gef\u00fchle und Reaktionen. Dabei ist es ein Privileg, wenn man entscheiden kann, ob man sich mit dieser Differenzerfahrung seines Gegen\u00fcbers auseinandersetzen will oder nicht. Der Begriff \u201eDifferenz\u201c ist dabei f\u00fcr sie kein negativ besetztes Wort, sondern ein wissenschaftlicher Begriff, zu dem die meisten zun\u00e4chst keine Haltung haben. Indem sie ihrem Buch den Titel \u201eDie Sch\u00f6nheit der Differenz\u201c gab, verdeutlicht sie ihre Haltung zu diesem Begriff. An diesem Abend fand ein Austausch \u00fcber viele Begriffe statt, die diese Erfahrungen und Eigenschaften von Menschen versuchen zu beschreiben. So zum Beispiel auch der Begriff der \u201eIntersektionalit\u00e4t\u201c. Dieser besagt unter anderem, dass ein Mensch nicht nur durch ein ihm zugeschriebenes Merkmal definiert ist, das ihn oft in eine von der Gesellschaft konstruierte Schublade steckt, sondern durch viele verschiedene. Somit k\u00f6nnen Menschen in den unterschiedlichsten Situationen mal privilegiert und mal benachteiligt sein. Dessen muss man sich durch Selbstreflektion stets bewusstwerden, um seine Gegen\u00fcber besser verstehen zu k\u00f6nnen. Nach dem ersten Kapitel begann zu diesen Themen die erste Podiumsrunde, in der auch Miguel Vicente, Beauftragter der Landesregierung Rheinland-Pfalz f\u00fcr Migration und Integration beteiligt war. Es ging hierbei prim\u00e4r um die Frage, ob dieses multiperspektivische Prinzip ein neues Konzept bzw. eine neue Idee sei, oder ob dies schon l\u00e4nger auch in der Politik Thema ist. Deutlich wurde vor allem, dass von Ausgrenzung und Vorurteilen alle betroffen sind und sich somit jeder selbst hinterfragen und seiner eigenen Position in der Gesellschaft bewusst machen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend ging man zu einem konkreten Beispiel \u00fcber, an dem Unterschiede zu Hass und folgend zu Gewalt wurden und besprach die Frage, wie man solch ein Ereignis verarbeitet. Frau Haruna-Oelker las einen Abschnitt zu dem Anschlag in Hanau, und ihren Gedanken und Gef\u00fchlen dazu, vor. Wichtig hierbei ist es zu bemerken, dass wir hinterfragen m\u00fcssen, wie man an solche Taten gedenkt und aus welchen Perspektiven. Wie werden solche Taten von etablierten Medien und Parteien dargestellt und welche Worte und Begriffe werden verwendet? Hier zeigt sich, dass Sprache wichtig ist und damit Eingest\u00e4ndnisse einhergehen k\u00f6nnen. Um einschneidende Erlebnisse, wie diese zu verarbeiten, brauche es eine starke Zivilgesellschaft und eine engagierte Leitung von oben. Die einzige wirksame Strategie ist es sich zusammenzuschlie\u00dfen und dann gemeinsam weitere Gegenstrategien zu bilden. In vielen Staaten seien die Grundstrukturen der Demokratie jedoch unterwandert und in Frage gestellt worden. Gerade was das Wohl der kommenden Generationen angehe, sei es schwierig, da diese keine Lobby haben. Dies alles zeige auf, wie wichtig es ist Unterst\u00fctzung zu haben und eine wehrhafte Demokratie aufzubauen. Dies gelinge nur, wenn man beim Thema bliebe, dass man vertritt, sich informiert und vorbereitet und in einfacher Sprache dieses anderen n\u00e4her bringt: \u201eKindern bringt man bei, dass man Spielzeug teilt, Erwachsene haben das oft verlernt\u201c, so ein Zitat aus der Diskussion. Der Abend regte zu vielen Denkanst\u00f6\u00dfen an und zeigte auf, wie wichtig und sch\u00f6n Differenz sein kann und was wir alle tun k\u00f6nnen, um diese sch\u00f6n wahrzunehmen. Anschlie\u00dfend wurden diese Diskussionen mit den circa 50 Anwesenden bei Snacks und Getr\u00e4nken weitergef\u00fchrt und einige kauften eine Ausgabe des Buches beim B\u00fcchertisch von \u201eErlesenes und B\u00fcchergilde\u201c Mainz und lie\u00dfen sich diese von der Autorin Hadija Haruna-Oelker signieren.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und im Rahmen der interkulturellen Woche statt.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mainz hat viele Gesichter und ebenso viele Geschichten. In ihnen spiegelt sich die \u201eSch\u00f6nheit der Differenz\u201c, die immer wieder fragt: \u201eWie genau wollen wir zusammenleben?\u201c. Mit dieser Frage besch\u00e4ftigt sich die Frankfurter Journalistin, Politikwissenschaftlerin und Moderatorin Hadija Haruna-Oelker. 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