{"id":6483,"date":"2023-12-18T16:16:12","date_gmt":"2023-12-18T15:16:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/?page_id=6483"},"modified":"2023-12-19T12:30:46","modified_gmt":"2023-12-19T11:30:46","slug":"erinnerungskultur-im-wandel-neue-herausforderungen-und-wege-des-lernens-und-arbeitens-in-gedenkstaetten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/archiv\/schriftenreihe-hde\/erinnerungskultur-im-wandel-neue-herausforderungen-und-wege-des-lernens-und-arbeitens-in-gedenkstaetten\/","title":{"rendered":"Erinnerungskultur im Wandel. Neue Herausforderungen und Wege des Lernens und Arbeitens in Gedenkst\u00e4tten"},"content":{"rendered":"\n<br>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover_Band_3-213x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6486\" width=\"433\" height=\"610\" srcset=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover_Band_3-213x300.jpg 213w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover_Band_3-768x1082.jpg 768w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover_Band_3-1090x1536.jpg 1090w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover_Band_3-1453x2048.jpg 1453w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover_Band_3-106x150.jpg 106w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Cover_Band_3-scaled.jpg 1816w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Der dritte Band unserer Reihe \u201eErinnerungskultur und Demokratie\u201c spiegelt die aktuelle Debatte zur Erinnerungskultur wider. Diskutiert werden die neuen Herausforderungen des Umgangs mit NS-Verbrechen in einer multiethnischen und multikulturellen Gesellschaft mit unterschiedlichen historischen Narrativen und Gewalterfahrungen in den Herkunftsfamilien. Hinzu kommen Herausforderungen durch den demografisch begr\u00fcndeten Verlust der Zeitzeug*innen, die Infragestellung der bisher weithin konsensualen Erinnerungskultur durch rechtsextremistische und autorit\u00e4r-antidemokratische Tendenzen bis hin zu gewaltsamen Angriffen insbesondere auf j\u00fcdische Einrichtungen und Gedenkst\u00e4tten. Die Autor*innen zeigen zudem die Chancen und Grenzen neuer virtueller Formen der Vermittlung der NS- und Holocaust-Geschichte auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Thomas Lutz<\/strong>, langj\u00e4hriger Leiter des Gedenkst\u00e4ttenreferates der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin und Herausgeber des Gedenkst\u00e4ttenRundbriefs wirft in seinem Beitrag einen Blick zur\u00fcck auf die mehr als 40j\u00e4hrige Geschichte der Gedenkst\u00e4tten, auf die Schwierigkeiten des (ehrenamtlichen) Beginns, auf die Bedeutung der Begegnung und der langj\u00e4hrigen Verbindungen mit KZ-\u00dcberlebenden und auf den Wandel und die Weiterentwicklung der Gedenkst\u00e4ttenp\u00e4dagogik unter Einschluss der immer wichtigeren Gegenwartsbez\u00fcge. Er setzt sich dabei kritisch mit den Chancen und Grenzen neuer digitaler Formen der Vermittlung auseinander.<br><br><strong>Josef Schuster<\/strong>, der Pr\u00e4sident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat im M\u00e4rz 2020 im Landtag Rheinland-Pfalz unter dem Titel Erinnerungskultur heute &#8211; ein Auftrag f\u00fcr die Zukunft einen u. E. bemerkenswerten Vortrag gehalten, in dem er auf die Bedeutung der von mehreren Seiten infrage gestellten Kultur des Gedenkens und Erinnerns an die Opfer der Shoah, nicht nur f\u00fcr Existenz und Selbstverst\u00e4ndnis der vielf\u00e4ltigen j\u00fcdischen Gemeinschaft, sondern auch als \u201eZeichen der demokratischen Reife\u201c eines Landes und seiner Bev\u00f6lkerung verweist. <br><br><strong>Walter Rummel <\/strong>und <strong>Thomas Wimmer<\/strong> stellen ein beispielhaftes und bundesweit wohl einmaliges Projekt eines historisch und quellenbasierten Moduls zur Polizeigeschichte in NS-Zeit und Zweitem Weltkrieg in der Ausbildung der rheinland-pf\u00e4lzischen Polizei vor.  <br><br><strong>Elke Gryglewski<\/strong>, langj\u00e4hrige Mitarbeiterin und Leiterin der Gedenk- und Bildungsst\u00e4tte Haus der Wannseekonferenz, heute Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Stiftung nieders\u00e4chsischen Gedenkst\u00e4tten und Leiterin der Gedenkst\u00e4tte Bergen-Belsen, setzt sich auf der Grundlage eines 2019 im Haus des Erinnerns \u2013 f\u00fcr Demokratie und Akzeptanz Mainz gehaltenen Vortrags mit den Herausforderungen der Gedenkst\u00e4ttenbildungsarbeit in Zeiten zunehmender politischer Radikalisierung auseinander. <br><br><strong>Henrik Drechsler<\/strong>, als Historiker und P\u00e4dagoge im Haus des Erinnerns \u2013 f\u00fcr Demokratie und Akzeptanz zurzeit vor allem mit der Begleitung der Gedenkst\u00e4ttenfahrten von Schulen aus ganz Rheinland-Pfalz in NS-Gedenkst\u00e4tten befasst, stellt das beeindruckende Projekt \u201eLebensmelodien\u201c im Kontext einer Gedenkst\u00e4ttenfahrt nach Auschwitz vor. Dabei konnten Sch\u00fclerinnen des Landesmusikgymnasiums in Montabaur\/Westerwald einen ganz eigenen k\u00fcnstlerisch-kreativen Zugang zu den NS-Verbrechen finden.<br><br><strong>Diana Kail<\/strong> und <strong>Andreas Pflock<\/strong>, Mitarbeitende des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg, zeigen in ihrem Beitrag, wie es begleitend zu einer Dauerausstellung mithilfe \u201ebiografischer Koffer\u201c m\u00f6glich wird, die Lebenswege, Verfolgung, Deportation und das \u00dcberleben verfolgter Kinder und Jugendlicher aus Sinti- und Roma-Familien anschaulich zu erfahren. <br><br><strong>Thomas Altmeyer<\/strong>, wissenschaftlicher Leiter des Studienkreises Deutscher Widerstand in Frankfurt\/Main, zeigt am Beispiel der Geschichte des \u201eGeschichtsortes Adlerwerke\u201c, einer jungen, erst nach vielen Auseinandersetzungen errichteten Gedenk- und Bildungsst\u00e4tte in Frankfurt auf, wie hier historische Forschung und multiperspektivische Betrachtung und Vermittlung der Themenkreise Fabrik, Zwangsarbeit und Konzentrationslager mithilfe von Ausstellung, interaktiven F\u00fchrungen, Actionsbounds, biografischen Workshops und Projekttagen gelingen kann. <br><br><strong>Mona Brandt<\/strong>, Games Entwicklerin und Lead Designerin beim Berliner Studio Paintbucket Games, weist in ihrem Beitrag \u00fcber \u201eSpielerisches Erinnern\u201c auf die Bedeutung von digitalen Spielen als Leitmedium des 21. Jahrhunderts hin. Sie zeigt auf, wie diese, entgegen der auf den ersten Blick berechtigten Skepsis zu deren Einsatz in der historisch-politischen Bildung, etwa durch die in Zusammenarbeit mit Gedenkst\u00e4tten gezielt unter Einhaltung historisch-p\u00e4dagogischer Standards entwickelten Videospiele als erinnerungskulturelles Medium genutzt werden k\u00f6nnen. <br><br><strong>Cornelia Dold<\/strong>, Historikerin und P\u00e4dagogin, Leiterin im Haus des Erinnerns \u2013 f\u00fcr Demokratie und Akzeptanz Mainz, und <strong>Frank Teske<\/strong>, Historiker und stv. Leiter des Stadtarchivs Mainz, berichten in ihrem Beitrag, wie mithilfe einer Auswahl von Ausschnitten der von der Shoah Foundation erworbenen und entsprechend aufbereiteten 34 Videointerviews mit Mainzer Zeitzeug*innen ein authentischer Einblick in die Lebenssituation (junger) j\u00fcdischer Mainzer*innen vor und nach der \u201aMacht\u00fcbernahme\u2018 in der Zeit von 1933 bis 1938 vermittelt werden kann. <br><br><strong>Barbara Trottnow<\/strong>, Filmemacherin aus Rheinhessen, mit Dokumentarfilmen f\u00fcr ZDF und ARD und inzwischen einer eigenen Filmfirma etabliert, skizziert in ihrem Beitrag Vorgeschichte, Inhalt und erinnerungskulturelles Potenzial ihres Films \u201eVisiting the Past\u201c \u00fcber die Spurensuche einer Zweitzeugin, der aus Essenheim bei Mainz stammenden Joan Salomon. <br><br><strong>Hans Berkessel<\/strong>, Historiker und P\u00e4dagoge, Vorsitzender der Stiftung \u201eHaus des Erinnerns \u2013 f\u00fcr Demokratie und Akzeptanz Mainz\u201c, macht in einem historischen R\u00fcckblick auf die zeithistorisch und erinnerungskulturell herausragende Bedeutung des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963\u20131965) aufmerksam. In einem Gespr\u00e4ch mit <strong>Peter E. Kalb<\/strong>, Bildungsreformer und -publizist und lebenslang f\u00fcr eine kritische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit engagiert, der als damals jugendlicher Betreuer der Opferzeugen zugleich einer der letzten lebenden Zeitzeugen des Prozesses ist, werden die Abl\u00e4ufe, die Atmosph\u00e4re, der Umgang mit und die traumatisierende Situation der KZ-\u00dcberlebenden sowie die Nachgeschichte der daraus resultierenden nachhaltigen z. T. freundschaftlichen Beziehungen und der einschneidenden Bedeutung f\u00fcr das eigene Leben des Betreuers in authentischer Weise deutlich.<br><br><strong>Bernward Debus<\/strong> und <strong>Silke Schneider<\/strong>, Verleger und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Frankfurter Wochenschau-Verlags, w\u00fcrdigen im Anschluss Leben und Werke ihres langj\u00e4hrigen Weggef\u00e4hrten und Freundes Peter E. Kalb.<br><br><strong>Cornelia Dold<\/strong> beschreibt und wertsch\u00e4tzt im letzten Beitrag dieses Bandes die au\u00dfergew\u00f6hnlichen Verdienste um die Erinnerungsarbeit des P\u00e4dagogen und Jugendbuch-Autors und langj\u00e4hrigen Kooperationspartners der Stiftung \u201eHaus des Erinnerns \u2013 f\u00fcr Demokratie und Akzeptanz Mainz\u201c Reiner Engelmann anl\u00e4sslich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im Mai 2023.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Berkessel, Hans\/ Dold, Cornelia (Hrsg.): Erinnerungskultur im Wandel. Neue Herausforderungen und Wege des Lernens und Arbeitens in Gedenkst\u00e4tten<br>ISBN 978-3-7344-1613-2<br>168 S., 18,90 \u20ac<br>Auch als E-Book erh\u00e4ltlich<\/p>\n\n\n\n<p>Band 3 unserer Schriftenreihe kann \u00fcber den Wochenschau Verlag <a href=\"https:\/\/www.wochenschau-verlag.de\/Erinnerungskultur-im-Wandel\/41613\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>hier<\/strong><\/a> bestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Leseprobe_Erinnerungskultur_im_Wandel.pdf\" target=\"_blank\"><strong>Hier<\/strong><\/a> gelangen Sie zur Leseprobe dieses Bandes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der dritte Band unserer Reihe \u201eErinnerungskultur und Demokratie\u201c spiegelt die aktuelle Debatte zur Erinnerungskultur wider. 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