{"id":2452,"date":"2020-07-20T11:32:39","date_gmt":"2020-07-20T09:32:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/?page_id=2452"},"modified":"2020-07-20T11:32:39","modified_gmt":"2020-07-20T09:32:39","slug":"dr-susanne-urban","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/projekte-ausstellungen\/projekte\/das-hde-im-gespraech-mit\/dr-susanne-urban\/","title":{"rendered":"Im Gespr\u00e4ch mit &#8230; Dr. Susanne Urban"},"content":{"rendered":"\n<p><br>J\u00fcdisches Leben in Deutschland steht zurzeit im Fokus \u00f6ffentlichen Interesses und politisch-gesellschaftlicher Debatten. Dies hat zum einen mit dem wieder erstarkenden Antisemitismus in zunehmend gewaltt\u00e4tigen Ausdrucksformen zu tun. Auf der anderen Seite ist auch das Interesse an j\u00fcdischer Geschichte und Kultur gewachsen. Erw\u00e4hnt sei in diesem Zusammenhang das Gro\u00dfprojekt \u201e1700 Jahre j\u00fcdisches Leben in Deutschland\u201d, bei dem im Jahr 2021 bundesweit hunderte von Veranstaltungen, davon zahlreiche auch in Rheinland-Pfalz, von staatlichen Institutionen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen durchgef\u00fchrt werden. In Rheinland-Pfalz kommt hinzu, dass durch den vom Land, den drei St\u00e4dten Mainz, Worms und Speyer, der J\u00fcdischen Gemeinde Mainz, dem Landesverband der j\u00fcdischen Gemeinden Rheinland-Pfalz und der j\u00fcdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz sowie dem eigens dazu gegr\u00fcndeten Verein SchUM-St\u00e4dte Speyer, Worms, Mainz e. V. der Antrag um Aufnahme der einzigartigen mittelalterlichen j\u00fcdischen St\u00e4tten in das UNESCO-Weltkulturerbe auf den Weg gebracht und seitdem durch zahlreiche Veranstaltungen mit medialer Begleitung \u00f6ffentlich bekannt gemacht wurde. Mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Vereins, Frau Dr. Susanne Urban, haben wir dar\u00fcber gesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><br>Interview: Hans Berkessel | Juli 2020<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide has-background has-very-light-gray-background-color is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:34% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"937\" height=\"887\" src=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Bild-1-rotated.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2464\" srcset=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Bild-1-rotated.jpg 937w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Bild-1-300x284.jpg 300w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Bild-1-768x727.jpg 768w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Bild-1-150x142.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 937px) 100vw, 937px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><br><strong>Zur Person<\/strong><br>Dr. Susanne Urban promovierte 2000 am Moses-Mendelssohn-Zentrum an der Universit\u00e4t Potsdam zu Abwehr von Antisemitismus durch deutsch-j\u00fcdische Verlage 1893\u20131938. Von 1990 bis 2004 und 2007 bis 2009 war sie freie Mitarbeiterin des J\u00fcdischen Museums Frankfurt am Main. 1994 bis 2004 war sie Mitarbeiterin und Redakteurin der Zeitschrift TRIB\u00dcNE. 2004 wurde sie Fellow Researcher des International Institute for Holocaust Research in Yad Vashem\/Jerusalem. 2004 bis 2009 folgte hier eine Anstellung als Mitarbeiterin. Von 2009 bis 2015 war Dr. Susanne Urban Leiterin der Abteilung Forschung und Bildung im International Tracing Service Bad Arolsen. Seit November 2015 ist sie Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des SchUM-St\u00e4dte Speyer, Worms, Mainz e. V.<br>Zu ihren Forschungsschwerpunkten z\u00e4hlen Displaced Persons, Kind-\u00dcberlebende, j\u00fcdische R\u00e4ume und deutsche Erinnerung. Zuletzt erschien von ihr: <em>\u201eMein einziges Dokument ist die Nummer auf der Hand \u2026\u201c Aussagen \u00dcberlebender der NS-Verfolgung im International Tracing Service (Berlin 2018)<\/em>, womit sie zu den Finalist*innen des Yad Vashem Buchpreises 2019 geh\u00f6rte.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><br><br><strong>Frau Dr. Urban, k\u00f6nnen Sie kurz Ihren Weg zum SchUM-St\u00e4tten-Projekt und zur \u00dcbernahme Ihrer Funktion als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin skizzieren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gehen wir zur\u00fcck ins Jahr 1990 \u2013 seinerzeit begann ich als Guide im J\u00fcdischen Museum Frankfurt zu arbeiten. Im Laufe der Jahre erweiterte ich mein thematisches Spektrum immer weiter, zugleich publizierte ich journalistisch und wissenschaftlich. Als ich promovierte, hatte ich mich bereits durch viele Jahrhunderte deutsch-j\u00fcdischer Geschichte bewegt. Nun folgte das Kuratieren von Ausstellungen, weitere publizistische T\u00e4tigkeiten. Schlie\u00dflich ging ich nach Yad Vashem in Israel. Mein Schwerpunkt hatte sich immer st\u00e4rker auf die Shoah und die unmittelbare Nachkriegszeit verlagert. Und weil ich Herausforderungen liebe, habe ich Yad Vashem 2009&nbsp; \u2013 wenn auch mit Tr\u00e4nen in den Augen \u2013 verlassen, um dem gerade erst ge\u00f6ffneten International Tracing Service (heute Arolsen Archives) meine Expertise zur Verf\u00fcgung zu stellen. Dort baute ich die Forschungs- und Bildungsabteilung auf. Spannende Jahre! Als ich 2015 die Anzeige des SchUM-St\u00e4dte e. V. las, dachte ich: oh ja, Weltkulturerbe, deutsch-j\u00fcdische Geschichte \u00fcber mehr als 900 Jahre und eine neue Herausforderung. Ich habe mich seinerzeit gefreut, dass ich aus mehr als 40 Bewerbungen gew\u00e4hlt wurde. Und es ist wunderbar, in dem gro\u00dfen Team aus Land, zust\u00e4ndigem Ministerium, St\u00e4dten, j\u00fcdischem Landesverband und j\u00fcdischen Gemeinden zu agieren, zu lernen, zu arbeiten und gemeinsam voranzugehen Richtung Welterbe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Der Weg des Antrages zum Weltkulturerbe ist ein langer. Bitte stellen Sie die Phasen des Welterbe-Antrags f\u00fcr die SchUM-St\u00e4tten und den gegenw\u00e4rtigen Stand des Projektes dar.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das mache ich am besten in Schlagworten: 2004 sprach der damalige Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Worms, Michael Kissel, mit der Vorsitzenden der J\u00fcdischen Gemeinde Mainz\/Worms, Stella Schindler-Siegreich, und einem Vertreter des Vereins \u201eWarmaisa\u201c. Heraus kam die Idee: SchUM muss Welterbe werden! Wobei ich hier einhaken m\u00f6chte: SchUM wird in der j\u00fcdischen Welt seit Jahrhunderten von Generation zu Generation tradiert, wird seit Jahrhunderten als Vorbild anerkannt und ist hier bereits l\u00e4ngst ein Welterbe. Jedenfalls schlug Michael Kissel dem Land Rheinland-Pfalz vor, f\u00fcr die SchUM-St\u00e4tten Speyer, Worms und Mainz die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste zu betreiben. Zwei Jahre sp\u00e4ter nahm der damalige Ministerpr\u00e4sident Kurt Beck das Vorhaben in die Regierungserkl\u00e4rung auf \u2013 seitdem haben sich alle Ministerpr\u00e4sident*innen und Koalitionen daf\u00fcr ausgesprochen und das Vorhaben unterst\u00fctzt.&nbsp; Nach ersten Vorarbeiten ging 2012 der&nbsp;Antrag des Landes Rheinland-Pfalz an die St\u00e4ndige Konferenz der Kultusminister (KMK), die SchUM-St\u00e4tten in die deutsche Vorschlagsliste an die UNESCO aufzunehmen. Noch zwei Jahre sp\u00e4ter haben die SchUM-St\u00e4tten Speyer, Worms und Mainz Platz 5 auf der an die UNESCO \u00fcbermittelten sogenannten Tentativliste eingenommen. Nun hie\u00df es: los geht\u2019s! 2016 begannen die intensive Schreibarbeit und parallel noch immer kunsthistorische und historische Forschungen f\u00fcr den Antrag an die UNESCO. Forschung, Wissenschaft, Denkmalpflege, Vermittlung, Bildung, Ma\u00dfnahmen zu Erhalt oder Aspekte der Sicherheit, Tourismus, Monitoring \u2013 alles muss zusammengetragen werden. Ein Antrag an die UNESCO umfasst das Nominierungsdossier und den Managementplan sowie diverse Anh\u00e4nge. Es m\u00fcssen bestimmte Kriterien erf\u00fcllt und die Einzigartigkeit sowie die Authentizit\u00e4t beschrieben, Vergleiche mit anderen St\u00e4tten angestellt werden und und und.<br>Im Januar 2020 hat das zust\u00e4ndige Ministerium, das mit au\u00dferordentlichem Engagement agierte und in dem alle F\u00e4den zusammenliefen, den Antrag in Paris \u00fcberreicht. Im Sommer 2021 werden wir die Entscheidung erfahren. Wir sind zuversichtlich! SchUM ist einmalig und herausragend! &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Worin bestehen f\u00fcr Sie die wichtigsten Ziele, Inhalte und m\u00f6glicherweise nachhaltigsten Folgen des Antrags zur Aufnahme in das UNESCO-Welterbe der SchUM-St\u00e4tten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen der UNESCO: ewigen Schutz und Erhalt sichern. Die SchUM-St\u00e4tten nachhaltig, sensibel und ad\u00e4quat Menschen zug\u00e4nglich zu machen, digital und visuell \u00f6ffnen und Menschen aus allen Kulturen vor Augen f\u00fchren, wie innovativ, modern und pr\u00e4gend SchUM war und ist. Zeigen, dass Frauen in SchUM anerkannt waren. Unterstreichen, wie lebendig die in SchUM entwickelten Gedanken sind. Bildung, Vermittlung, Interpretation und Pr\u00e4sentation sind, neben den erhaltenden Ma\u00dfnahmen an und f\u00fcr die Monumente, extrem wichtig. Also: nachhaltigen Tourismus f\u00f6rdern und daf\u00fcr sorgen, dass der au\u00dfergew\u00f6hnliche universelle Wert nicht beeintr\u00e4chtigt wird. Die St\u00e4dte Speyer, Worms und Mainz sowie die J\u00fcdische Gemeinde Mainz als Eigent\u00fcmerin der Monumente in Mainz und Worms arbeiten daf\u00fcr eng zusammen, denn nur gemeinsam sind sie SchUM! Auch das ist Ausdruck des Welterbe-Gedankens: zusammenarbeiten, \u00fcber Institutionen, \u00c4mter und alle Grenzen hinweg. Also Respekt und Offenheit als Koordinaten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Folie1-3-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2462\" srcset=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Folie1-3-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Folie1-3-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Folie1-3-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Folie1-3-150x84.jpg 150w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Folie1-3.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><br><br><strong>Die Gesch\u00e4fts- und damit Ihre Arbeitsstelle sind in Worms angesiedelt. Gibt es daf\u00fcr einen besonderen Grund?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als die Gesch\u00e4ftsstelle eingerichtet wurde, war Oberb\u00fcrgermeister Kissel Vorstandsvorsitzender des SchUM-St\u00e4dte e. V. Au\u00dferdem liegt Worms in der Mitte der drei St\u00e4dte.<br>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist es sch\u00f6n, in dem Geb\u00e4ude am Synagogenplatz zu sein und t\u00e4glich auf die Synagoge, die Raschi-Statue und die Raschi-Jeschiwa zu blicken. Ich h\u00f6re die Besucher*innen, sehe Tourist*innen, sehe j\u00fcdische Gruppen oder Individualtourist*innen, die entz\u00fcckt und begeistert sind, in Warmaisa zu sein. Einmal waren j\u00fcdische M\u00e4dchen da, die mit einem Kommentar von Raschi in der Hand im Synagogengarten sa\u00dfen und diskutierten. Oder ich f\u00fchrte Prof. Konrad Kwiet aus Australien durch die Synagoge, er staunte, sah nach oben und meinte nur: \u201eMarvellous, liebe Susanne, so wundersch\u00f6n.\u201c&nbsp; Aber ich w\u00fcrde genauso begeistert sein, wenn ich in Speyer im Judenhof oder in Mainz z. B. nahe der Neuen Synagoge mein B\u00fcro h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p><br><br><strong>Worin bestehen die Schwerpunkte Ihrer Arbeit? Wie kann man sich einen typischen Tagesablauf vorstellen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nun, ich bin oft recht fr\u00fch im B\u00fcro. Eine Routine gibt es nicht. Jeder Tag ist anders. In 2018 und 2019 waren es Wochen und Monate intensiver Abstimmungsarbeit am Managementplan, der sehr stark vom SchUM-St\u00e4dte e. V. verantwortet wurde, das hei\u00dft Schutz, Erhalt, Management der St\u00e4tten. Zwischendrin Ideen f\u00fcr Veranstaltungen,&nbsp;deren Organisation, aber auch Angebote einholen f\u00fcr Gestaltung oder Merchandising. Immer wieder Abstimmungen mit dem siebenk\u00f6pfigen Vorstand und den st\u00e4dtischen Koordinatoren in Sachen SchUM. Die Website muss gepflegt werden. Dann eine Ausstellung, die kuratiert werden will. Oder Vortr\u00e4ge vorbereiten, und dabei nicht jedes Mal dieselbe Vorlage verwenden, sondern immer wieder Neues berichten! F\u00f6rdermitglieder betreuen. Buchhaltung. Also ist jeder Tag abwechslungsreich, bunt, vielf\u00e4ltig, kommunikativ.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Folie2-2-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2455\" srcset=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Folie2-2-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Folie2-2-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Folie2-2-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Folie2-2-150x84.jpg 150w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Folie2-2.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><br><br><strong>Welche Bedeutung und welchen Reiz bietet das Projekt aus Ihrer Sicht insbesondere f\u00fcr junge Menschen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>SchUM&nbsp;entdecken, sage ich nur \u2026 So hei\u00dft auch Unterrichtsmaterial, das wir mit einem Gymnasium aus Ingolstadt erarbeitet haben. Darin zeigte sich: SchUM ist weit \u00fcber Rheinland-Pfalz hinaus f\u00fcr junge Menschen spannend, wenn man sie selbst auf die Reise schickt, sie entdecken und Fragen stellen d\u00fcrfen.<br>Fotos, Geb\u00e4udeteile, einzelne Grabsteine, Funktionalit\u00e4ten, die unbekannt sind \u2013 wie ein Ritualbad \u2013 au\u00dferdem Biografien, Geschichten, Wundergeschichten, \u00dcberlieferungen von weisen Frauen und M\u00e4nnern, die Reaktion auf Verfolgung und Kreuzz\u00fcge, der Golem und die Spiegelung von knapp 1000 Jahren Geschichte in der Wormser Synagoge \u2013 all das fasziniert junge Menschen.<br>So verweben sich Monumente und Geschichten in einzigartiger Weise. Sie lernen auch etwas \u00fcber Handwerk, \u00fcber Steinmetze oder, mit Blick auf die Friedh\u00f6fe in Worms und Mainz, \u00fcber die heutigen Anforderungen und die Balance zwischen Halacha, also religionsgesetzlichen Anforderungen, und Denkmalpflege beziehungsweise Restaurierung. Darin spiegelt sich auch: es braucht Kommunikation. Menschen sollten einander zuh\u00f6ren, um Bedarfe und W\u00fcnsche des anderen zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p><br><br><strong>Im Januar dieses Jahres wurde der Welterbe-Antrag von Ministerpr\u00e4sidentin Malu Dreyer unterzeichnet und bei der UNESCO-Kommission in Paris eingereicht. Was geschieht nun mit den SchUM-St\u00e4tten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind optimistisch, wie schon gesagt.<br>Die SchUM-St\u00e4tten sind Welterbe, j\u00fcdisches Erbe, spiegeln die hellsten und dunkelsten Zeiten in Aschkenas und Deutschland. Sie und ihre Architektur, die Traditionen, Gebete und Ges\u00e4nge sind verankert in j\u00fcdischen Gemeinden in der Welt. Das Land, die Kommunen, Wissenschaft und Forschung, Literatur und Kunst reflektieren dieses j\u00fcdische Erbe und nehmen sich des Erbes sensibel an. Sobald der UNESCO-Welterbetitel als Sahneh\u00e4ubchen f\u00fcr die SchUM-St\u00e4tten draufkommt, werden diese einzigartigen, herausragenden j\u00fcdischen R\u00e4ume einen angemessenen und geb\u00fchrenden Platz einnehmen. Die SchUM-St\u00e4tten neben dem Taj Mahal, dem Speyrer Dom, dem Ayers Rock und Prag oder Krakau.<\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00fcdisches Leben in Deutschland steht zurzeit im Fokus \u00f6ffentlichen Interesses und politisch-gesellschaftlicher Debatten. Dies hat zum einen mit dem wieder erstarkenden Antisemitismus in zunehmend gewaltt\u00e4tigen Ausdrucksformen zu tun. Auf der anderen Seite ist auch das Interesse an j\u00fcdischer Geschichte und Kultur gewachsen. Erw\u00e4hnt sei in diesem Zusammenhang das Gro\u00dfprojekt \u201e1700&#8230;<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/projekte-ausstellungen\/projekte\/das-hde-im-gespraech-mit\/dr-susanne-urban\/\"><span>Weiterlesen<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":1840,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"episode_type":"","audio_file":"","podmotor_file_id":"","podmotor_episode_id":"","cover_image":"","cover_image_id":"","duration":"","filesize":"","filesize_raw":"","date_recorded":"","explicit":"","block":"","ngg_post_thumbnail":0,"_price":"","_stock":"","_tribe_ticket_header":"","_tribe_default_ticket_provider":"","_tribe_ticket_capacity":"0","_ticket_start_date":"","_ticket_end_date":"","_tribe_ticket_show_description":"","_tribe_ticket_show_not_going":false,"_tribe_ticket_use_global_stock":"","_tribe_ticket_global_stock_level":"","_global_stock_mode":"","_global_stock_cap":"","_tribe_rsvp_for_event":"","_tribe_ticket_going_count":"","_tribe_ticket_not_going_count":"","_tribe_tickets_list":"[]","_tribe_ticket_has_attendee_info_fields":false,"footnotes":"","_tec_slr_enabled":"","_tec_slr_layout":""},"class_list":["post-2452","page","type-page","status-publish","hentry"],"ticketed":false,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2452","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2452"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2452\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2473,"href":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2452\/revisions\/2473"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1840"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2452"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}