{"id":1635,"date":"2020-04-24T15:41:54","date_gmt":"2020-04-24T13:41:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/?page_id=1635"},"modified":"2024-01-03T13:00:08","modified_gmt":"2024-01-03T12:00:08","slug":"rosa-luxemburg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/unser-haus\/glaspavillon-streiter-fuer-demokratie\/rosa-luxemburg\/","title":{"rendered":"Rosa Luxemburg"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:41% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"497\" height=\"746\" src=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/05-Rosa_Luxemburg-wikipedia.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1636 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/05-Rosa_Luxemburg-wikipedia.jpg 497w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/05-Rosa_Luxemburg-wikipedia-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/05-Rosa_Luxemburg-wikipedia-100x150.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 497px) 100vw, 497px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"has-normal-font-size\"><strong>geb. Rozalia Luksenburg<br><br>5. M\u00e4rz 1871\u201315. Januar 1919<br><br>Staats- und Wirtschaftswissenschaftlerin, sozialistische Politikerin und Mitgr\u00fcnderin der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD)<\/strong><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><br><br><strong>Rosa Luxemburg war zeitlebens eine einflussreiche Vertreterin des demokratisch-sozialistischen Denkens und Handelns.<\/strong> Geboren wurde sie am 5. M\u00e4rz 1871 in Zamo\u015b\u0107 in Kongresspolen im Kaiserreich Russland. Sie war das f\u00fcnfte und letzte Kind der j\u00fcdischen Eltern Eliasz Luxenburg und Line, geborene L\u00f6wenstein. Ihre Eltern geh\u00f6rten weder einer Religionsgemeinschaft noch einer politischen Partei an, sympathisierten allerdings mit der polnischen Nationalbewegung. Auch sprach die Familie zuhause sowohl Polnisch als auch Deutsch, aber kein Jiddisch. Nach der \u00dcbersiedlung der Familie nach Warschau, besuchte Rosa Luxemburg ab 1880 das Zweite Warschauer M\u00e4dchengymnasium, wo sie eine umfassende humanistische Bildung genoss. Schon in dieser Zeit engagierte sie sich in illegalen politischen Zirkeln. Als Klassenbeste bestand sie 1888 ihr Abitur. Aufgrund ihrer oppositionellen Haltung und Mitgliedschaft in der marxistischen Gruppe \u201eProletariat\u201c wurde sie jedoch durch die Zarenpolizei verfolgt, weswegen sie noch im selben Jahr in die Schweiz floh.<\/p>\n\n\n\n<p>1890 begann sie ihr Studium an der Philosophischen Fakult\u00e4t der Z\u00fcricher Universit\u00e4t und besuchte hier insbesondere Seminare zur Staatswissenschaft, zur mittelalterlichen Geschichte sowie zur Geschichte der Wirtschafts- und B\u00f6rsenkrise. Die junge Rosa Luxemburg war eine Verfechterin der Schriften von Karl Marx, mit denen sie sich auch im Zuge ihres Studiums immer wieder besch\u00e4ftigte. 1893 unterbrach sie ihr Studium, um ihre politischen Aktivit\u00e4ten voranzubringen und die polnische sozialdemokratische Zeitschrift \u201eSache der Arbeiter\u201c in Paris zu gr\u00fcnden. Ab 1891 hatte sie eine Liebesbeziehung mit dem polnischen Marxisten Leo Jogiches, mit dem sie auch am ersten \u2013 illegalen \u2013 Kongress der sozialdemokratischen Arbeiterpartei des K\u00f6nigreichs Polen in Warschau teilnahm. <strong>Zeitlebens waren die beiden politisch eng verbunden, so k\u00e4mpften sie f\u00fcr eine internationale Bewegung gegen Kapitalismus und Monarchie.<\/strong> Jogiches finanzierte unter anderem Rosa Luxemburgs Studium, das sie 1897 mit einer Promotion zum Thema \u201eDie industrielle Entwicklung Polens\u201c in Z\u00fcrich abschloss.<\/p>\n\n\n\n<p>Von 1898 bis 1903 ging Luxemburg eine Scheinehe mit dem deutschen Staatsb\u00fcrger Gustav L\u00fcbeck ein, um die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft zu erhalten. So wurde ihr die Mitarbeit in der deutschen Arbeiterbewegung erm\u00f6glicht.<strong> Im Jahr der Eheschlie\u00dfung siedelte Rosa Luxemburg nach Berlin \u00fcber und schloss sich der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) an, wo sie schnell zur Wortf\u00fchrerin des linken Fl\u00fcgels der Partei wurde.<\/strong> Aufgrund kritischer \u00c4u\u00dferungen in Bezug auf Kaiser Wilhelm II. wurde sie 1904 wegen \u201eMajest\u00e4tsbeleidigung\u201c zu drei Monaten Gef\u00e4ngnis verurteilt, von denen sie sechs Wochen verb\u00fc\u00dfen musste. Ein Jahr sp\u00e4ter reiste sie gemeinsam mit Leo Jogiches nach Warschau, um dort die russische Revolution zu unterst\u00fctzen. Hier wurde sie im M\u00e4rz 1906 verhaftet und konnte nur durch eine hohe Kaution einem Kriegsgerichtsverfahren mit drohender Todesstrafe entgehen. Im selben Jahr wurde sie in Weimar wegen \u201eAnreizung zum Klassenhass\u201c zu zwei Monaten Haft verurteilt, die sie voll verb\u00fc\u00dfte.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schon fr\u00fch warnte Luxemburg vor einem drohenden Krieg der europ\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chte.<\/strong> So brachte sie 1907 beim Kongress der Zweiten Internationale in Stuttgart erfolgreich eine Resolution ein, die alle europ\u00e4ischen Arbeiterparteien zum gemeinsamen Handeln gegen den Krieg vereinte. Ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs erschien Luxemburgs Hauptwerk mit dem Titel \u201eDie Akkumulation des Kapitals\u201c. Darin folgte sie den Ideen Karl Marx\u2018 und sah im Imperialismus eine Gefahr f\u00fcr den Weltfrieden. Zudem rief sie durch \u00f6ffentliche Reden zur Kriegsdienstverweigerung auf. Aufgrund dieses Aufrufs wurde sie am 20. Februar 1914 wegen \u201eAufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze und gegen Anordnungen der Obrigkeit\u201c angeklagt und zu einem Jahr Gef\u00e4ngnis verurteilt. Ehe sie die Haftstrafe antrat, konnte sie noch an einer Sitzung des Internationalen Sozialistischen B\u00fcros teilnehmen, bei der sie ern\u00fcchtert feststellen musste, dass Nationalismus auch innerhalb der sozialistischen Parteien st\u00e4rker war als internationale Solidarit\u00e4t. Doch auch innerhalb der Partei fand sie Anh\u00e4nger ihrer Ideen. So formierte sich Anfang 1915 um sie und Karl Liebknecht ein linker Kern, der zun\u00e4chst \u201eDie Internationale\u201c, sp\u00e4ter dann \u201eSpartakusbund\u201c benannt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>1915 wurde das Gerichtsurteil des Vorjahres vollstreckt und Luxemburg im Frauengef\u00e4ngnis in Berlin inhaftiert. Nur drei Monate sp\u00e4ter wurde sie nach dem damaligen Schutzhaftgesetz zur \u201eAbwendung einer Gefahr f\u00fcr die Sicherheit des Reichs\u201c zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. W\u00e4hrend ihrer Haftzeit, die bis November 1918 dauerte, erfuhr sie von Lenins \u201eRoter Oktoberrevolution\u201c in Russland, die sie zwar begr\u00fc\u00dfte, zugleich aber auch kritisierte: So war f\u00fcr sie eine Revolution erst dann umgesetzt, wenn die Macht vom Volk ausgehen konnte. Sie trat folglich auch gegen\u00fcber dem russischen Revolutionsf\u00fchrer f\u00fcr eine umfassende Meinungsfreiheit ein. Von Rosa Luxemburg stammt diesbez\u00fcglich der ber\u00fchmte Satz: <strong>\u201eFreiheit nur f\u00fcr die Anh\u00e4nger der Regierung, nur f\u00fcr Mitglieder einer Partei \u2013 m\u00f6gen sie noch so zahlreich sein \u2013 ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.\u201c<\/strong> (Rosa Luxemburg: Die russische Revolution. Eine kritische W\u00fcrdigung, Berlin 1922).<\/p>\n\n\n\n<p>Am 9. November 1918, dem Tag an dem Philipp Scheidemann eine deutsche Republik und Karl Liebknecht eine sozialistische Republik ausriefen, wurde Rosa Luxemburg aus der Haft entlassen. <strong>Schon am 10. November traf sie in Berlin ein, wo sie gemeinsam mit Karl Liebknecht die Zeitung des Spartakusbundes \u201eDie Rote Fahne\u201c herausgab und ma\u00dfgeblich an der Gr\u00fcndung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) beteiligt war. <\/strong>Luxemburg bef\u00fcrwortete eine Beteiligung an den Wahlen zur Nationalversammlung, wurde jedoch von der Mehrheit \u00fcberstimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Januarunruhen 1919, die zum Ziel hatten, die Wahl zur Nationalversammlung zu verhindern und die Errichtung einer R\u00e4terepublik zu erwirken, musste Rosa Luxemburg wegen Verhaftungsgefahr mehrmals ihre Wohnung wechseln. Sie weigerte sich jedoch, Berlin zu verlassen. Am 15. Januar wurde sie gemeinsam mit Karl Liebknecht verschleppt und im Eden-Hotel von Soldaten der Garde-Kavallerie-Sch\u00fctzen-Division verh\u00f6rt und misshandelt. Als man sie vom Hotel abtransportieren wollte, wurde sie durch den Freikorps-Leutnant Hermann Souchon, ermordet. Auch Karl Liebknecht wurde an diesem Tag erschossen. <strong>Der Mord an Rosa Luxemburg sollte so aussehen, als sei sie w\u00e4hrend dem Abtransport von einer aufgebrachten Menschenmenge get\u00f6tet worden. Ihren Leichnam warf man in den Berliner Landwehrkanal, wo er am 31. Mai 1919 gefunden wurde.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Todestag Rosa Luxemburgs wurde zu einem Gedenktag linker Bewegungen. Ihr Leben und Wirken wurden in zahlreichen Bildern und Werken rezipiert, so unter anderem in Arnold Zweigs \u201eGrabrede f\u00fcr Spartakus\u201c. 1990 gr\u00fcndete sich die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die der Partei Die Linke nahesteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade aufgrund ihres Kampfes f\u00fcr eine internationale Arbeiterbewegung und gegen Krieg, gilt sie als eine Streiterin f\u00fcr Freiheit, Gleichheit und Frieden. <strong>Sie war zeitlebens eine engagierte Politikerin, die auch heute noch vor allem f\u00fcr ihre Kritik an Imperialismus und Kapitalismus sowie f\u00fcr ihren Kampf gegen Autorit\u00e4ten und f\u00fcr die Meinungsfreiheit und Emanzipation des Menschen bekannt ist.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-background\" style=\"background-color:#aec2d4\">Novemberrevolution<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#aec2d4\">Im Oktober 1918 herrschte im Deutschen Reich eine niedergeschlagene Stimmung. Der Erste Weltkrieg, der seit 1914 in Europa tobte und ca. neun Millionen Soldaten forderte, war so gut wie verloren. Daher fanden auch die ersten Gespr\u00e4che zum Waffenstillstand statt. Trotzdem bekam die Marine noch einmal den Befehl, am 24. Oktober 1918 auszulaufen, um gegen die Royal Navy in ein letztes \u201eehrenvolles\u201c Gefecht zu ziehen.<br>Jedoch weigerten sich die kriegsm\u00fcden Matrosen diesen Befehl auszuf\u00fchren und meuterten in Kiel und Wilhelmshaven. Rasend schnell breitete sich dieser Aufstand im Rest des Landes aus, da auch die Arbeiter nach Jahren von Hunger und Tod ein rasches Ende des Krieges herbeisehnten. Neben dem Ende des Krieges wurden aber auch Forderungen nach der Abdankung des Kaisers und einer demokratischen Umstrukturierung des Staates laut. In allen gro\u00dfen deutschen St\u00e4dten formierten sich \u201eArbeiter- und Soldatenr\u00e4te\u201c, die die Verwaltung \u00fcber die St\u00e4dte \u00fcbernahmen.<br><br>Auch in Mainz kamen am 8. November 1918 50 bewaffnete Matrosen an, die die Revolution in Mainz verbreiten wollten. Sie befreiten zun\u00e4chst Insassen der Mainzer Gef\u00e4ngnisse und weitere in Mainz stationierte Soldaten schlossen sich ihnen an, woraufhin es in der Stadt zu Pl\u00fcnderungen kam. Am 9. November bildete sich ein \u201eArbeiter- und Soldatenrat\u201c, der aus Vertretern der Sozialdemokraten, der Gewerkschaften und des Milit\u00e4rs bestand. Dieser kooperierte mit dem Oberb\u00fcrgermeister, um kein Chaos herrschen zu lassen. Die Mainzer R\u00e4teherrschaft hielt jedoch nicht besonders lang, da schon am 9. Dezember franz\u00f6sische Truppen als Sieger des Kriegs Mainz besetzten und bis zum Jahre 1930 in der Stadt blieben.<br><br>Am 9. November 1918 erreichte die Revolution schlie\u00dflich auch Berlin. Mit Demonstrationsz\u00fcgen von Hunderttausenden zogen Arbeiter und Soldaten, die eigentlich der Monarchie nahestanden, durch die Berliner Stra\u00dfen. So erwirkten sie, dass der Reichskanzler Prinz Max von Baden die Abdankung Kaiser Wilhelms II. gegen dessen Willen erkl\u00e4rte und mit seinem R\u00fccktritt das Amt des Reichskanzlers an Friedrich Ebert, den Vorsitzenden der SPD, die zu diesem Zeitpunkt die gr\u00f6\u00dfte Partei Deutschlands war, \u00fcbergab.<br>Zudem kam es am 9. November zur doppelten Ausrufung der Republik, da Eberts Parteigenosse Philipp Scheidemann die deutsche Republik und zeitgleich der USPD-Politiker Karl Liebknecht die \u201efreie sozialistische Republik Deutschlands\u201c proklamierten. Diese doppelte Ausrufung stand auch f\u00fcr die in sich gespaltene Revolutionsbewegung. Auch in Mainz kam es zu solch einer Proklamation. Daf\u00fcr begab sich der Vorsitzende des Mainzer Arbeiter- und Soldatenrates, Bernhard Adelung, am 10. November vor die Stadthalle und rief die Republik aus.<br><br>Innerhalb des neuen politischen Spektrum taten sich direkt tiefe Gr\u00e4ben in der Politik auf. Auf rechter Seite standen die Anh\u00e4nger der alten Ordnung, wie die der staatlichen Einrichtungen und der Armee. Zudem gab es die gem\u00e4\u00dfigten Kr\u00e4fte der gem\u00e4\u00dfigten SPD, die gemeinsam mit dem Zentrum und den Linksliberalen f\u00fcr einen demokratischen Staat standen. Auf linker Seite gab es die Linksrevolution\u00e4ren, die nach russischem Vorbild die Demokratie generell ablehnten und f\u00fcr eine sozialistische R\u00e4terepublik einstanden, unter ihnen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Sie waren es auch die den Spartakus, eine Vereinigung von Russlandnahen linksrevolution\u00e4ren Kommunisten, denen der Kurs der SPD nicht radikal genug war, anf\u00fchrten. Aus diesem Bund ging letztlich auch die KPD hervor. Schlie\u00dflich bildete sich am 10. November der Rat der Volksbeauftragten, der aus je drei Mitgliedern der SPD und der USPD bestand. An seiner Spitze standen Friedrich Ebert (SPD) und Hugo Haase (USPD). Dieser Regierung wurde die Loyalit\u00e4t des Milit\u00e4rs durch General Wilhelm Groener ausgesprochen, der im Gegenzug die Autonomie des Milit\u00e4rs sichern konnte. Mithilfe der Armee konnte Ebert schlie\u00dflich auch seine Macht in den inzwischen b\u00fcrgerkriegs\u00e4hnlichen Verh\u00e4ltnissen sichern.<br><br>Am 11. November 1918 fand schlie\u00dflich auch der Erste Weltkrieg sein Ende, als Matthias Erzberger und Ferdinand Foch in Compi\u00e8gne den Waffenstillstand unterschrieben. Dieser wurde in einer f\u00fcr Deutschland aussichtslosen Lage verhandelt und sorgte innenpolitisch f\u00fcr schockierte Reaktionen. Aus allen Lagern empfand man die Konditionen, zu denen der Waffenstillstand verhandelt worden war, als zu hart und stark erniedrigend.<br>Auf dem \u201eReichskongress der Arbeiter- und Sozialr\u00e4te\u201c Mitte Dezember konnte Ebert schlie\u00dflich auch eine parlamentarische Demokratie durchsetzen. Da die USPD und vor allem der Spartakusbund von dieser mehrheitlichen Entscheidung entt\u00e4uscht waren, brachen weitere Stra\u00dfenk\u00e4mpfe in Berlin aus. Mithilfe des Milit\u00e4rs konnten aber auch diese Aufst\u00e4nde niedergeschlagen werden; jedoch nicht ohne Blutvergie\u00dfen. Mit dem Eingreifen der Armee war die USPD endg\u00fcltig von der SPD entt\u00e4uscht und verlie\u00df den Rat der Volksbeauftragten am 28. Dezember. Auch zum Jahresbeginn 1919 gab es weitere Aufst\u00e4nde, die von der neu gegr\u00fcndeten KPD ausgingen. Zu diesen \u201eJanuaraufst\u00e4nden\u201c riefen auch Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg auf, die zuvor immer f\u00fcr friedliche L\u00f6sungen eingestanden waren.<br><br>Letztlich konnte die Regierung durch die Aufst\u00e4nde jedoch nicht gest\u00fcrzt werden. So kam es am 19. Januar 1919 zu den ersten Wahlen in Deutschland, an denen auch Frauen ein Stimmrecht besa\u00dfen. Aus diesen Wahlen ging die sogenannte \u201eWeimarer Koalition\u201c hervor, die durch eine Dreiviertelmehrheit aus SPD, Zentrum und DDP gebildet wurde. Auch in den ersten Monaten der jungen Republik blieben weitere Aufst\u00e4nde nicht aus. Gerade durch die Ermordung Liebknechts und Luxemburgs und durch die Kooperation der SPD mit dem Milit\u00e4r radikalisierten sich viele Arbeiter. So gab es bei den M\u00e4rzk\u00e4mpfen in Berlin erneut fast 1.200 Tote. Nichtsdestotrotz kam es nicht mehr zu derart gro\u00dfen Protesten wie im November und Dezember 1918.<\/p>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p><strong>Literaturhinweise<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p>Albrecht, Kai-Britt: Rosa Luxemburg 1871\u20131919, in: LeMo-Biografien, Lebendiges Museum Online, &lt;URL: <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/biografie\/rosa-luxemburg\">https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/biografie\/rosa-luxemburg<\/a>&gt; [aufgerufen am 23.04.2020].<\/p>\n\n\n\n<p>Dath, Dietmar: Rosa Luxemburg, Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2010.<\/p>\n\n\n\n<p>Gallus, Alexander (2018): Die deutsche Revolution, in : Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung Online, &lt;URL: <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/erster-weltkrieg-weimar\/weimarer-republik\/275865\/die-deutsche-revolution-1918-19\/\">https:\/\/www.bpb.de\/themen\/erster-weltkrieg-weimar\/weimarer-republik\/275865\/die-deutsche-revolution-1918-19\/<\/a> > [aufgerufen am 22.03.2022].<\/p>\n\n\n\n<p>Hebeisen, Michael (2013): Die Revolution die nicht stattfand, in: Roth, Jonathan (HG), Sozialdemokratie in Rheinland-Pfalz \u2013 Dokumente aus drei Jahrhunderten, &lt;URL: <a href=\"https:\/\/www.sozialdemokratie-rlp.de\/dokumente\/die-revolution-die-nicht-stattfand.html\">https:\/\/www.sozialdemokratie-rlp.de\/dokumente\/die-revolution-die-nicht-stattfand.html<\/a> > [aufgerufen am 22.03.2022].<\/p>\n\n\n\n<p>Novemberrevolution 1918\/19, in Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung Baden-W\u00fcrttemberg Online, &lt;URL: https:\/\/www.lpb-bw.de\/novemberrevolution#c61318 > [aufgerufen am 22.03.2022].<\/p>\n\n\n\n<p>Piper, Ernst: Rosa Luxemburg. Ein Leben, Blessing, M\u00fcnchen 2018.<\/p>\n\n\n\n<p>Scriba, Arnulf: Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te, in: Deutsches Historisches Museum Berlin\/Lebendiges Museum Online, &lt;URL: <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/weimarer-republik\/revolution-191819\/arbeiter-und-soldatenraete.html\">https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/weimarer-republik\/revolution-191819\/arbeiter-und-soldatenraete.html<\/a> &gt; [aufgerufen am 22.03.2022].<\/p>\n\n\n\n<p>Scriba, Arnulf: Die Revolution von 1918\/19, in: Deutsches Historisches Museum Berlin\/Lebendiges Museum Online, &lt;URL: https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/weimarer-republik\/revolution-191819.html &gt; [aufgerufen am 22.03.2022].<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>geb. Rozalia Luksenburg 5. M\u00e4rz 1871\u201315. 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