{"id":1508,"date":"2020-04-14T13:34:16","date_gmt":"2020-04-14T11:34:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/?page_id=1508"},"modified":"2024-01-05T11:08:51","modified_gmt":"2024-01-05T10:08:51","slug":"ausgrenzung-verfolgung-ermordung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/index.php\/unser-haus\/themenschwerpunkte\/ausgrenzung-verfolgung-ermordung\/","title":{"rendered":"Ausgrenzung, Verfolgung, Ermordung"},"content":{"rendered":"\n<br>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1296\" height=\"807\" src=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Themenschwerpunkt_Ausgrenzung.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6603\" srcset=\"https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Themenschwerpunkt_Ausgrenzung.png 1296w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Themenschwerpunkt_Ausgrenzung-300x187.png 300w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Themenschwerpunkt_Ausgrenzung-768x478.png 768w, https:\/\/www.haus-des-erinnerns-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Themenschwerpunkt_Ausgrenzung-150x93.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 1296px) 100vw, 1296px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><sub><sup>Die Zeitzeugin Lotte Kramer, deren Interview im Haus des Erinnerns \u2013 f\u00fcr Demokratie und Akzeptanz f\u00fcr Bildungsangebote genutzt wird. <\/sup><\/sub><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<br>\n\n\n\n<p>Wie kommt es zu Ausgrenzung und Verfolgung und wer ist davon betroffen? Besch\u00e4ftigt man sich mit dieser Frage, wird schnell deutlich, dass Ausgrenzung und Verfolgung in Deutschland historisch gewachsen sind und es sich nicht um Ph\u00e4nomene handelt, die ausschlie\u00dflich zur NS-Zeit aufgetreten sind. Bereits 1883 erschien in Mainz mit der Zeitschrift <em>Die Wucherpille. Volksth\u00fcmliches Wochenblatt f\u00fcr Leser jeder christlichen Confession. Gegen Anma\u00dfung, Wucher und systematische Ausbeutung in Stadt und Land<\/em> eine klar antisemitische Hetzschrift.<\/p>\n\n\n\n<p>In unserer Dauerausstellung zeigen wir insbesondere auf, welche Gruppen in der NS-Zeit ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurden, machen aber auch deutlich, welche Bev\u00f6lkerungsgruppen nach 1945 Ausgrenzung erfahren haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Formen und Beweggr\u00fcnde, die zu Ausgrenzung f\u00fchren, sind unterschiedlich und vielf\u00e4ltig.. Doch gemein ist allen Ausgegrenzten, dass sie sich durch bestimmte Merkmale scheinbar von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden. Das k\u00f6nnen Merkmale wie Herkunft, Sprache, Religion, sexuelle Identit\u00e4t, der soziale Status oder auch bestimmte Verhaltensweisen sein. Zu den Gruppen, die nach 1945 Ausgrenzung erfahren haben und in unserer Ausstellung hervorgehoben werden geh\u00f6ren unter anderem \u201eGastarbeiter*innen\u201c, die ab den 1950er Jahren nach Deutschland kamen, um hier den Arbeitskr\u00e4ftemangel zu beheben. Gerade in Zeiten steigender Arbeitslosigkeit waren die Familien dieser \u201eGastarbeiter*innen\u201c immer wieder rassistischen Ausgrenzungen ausgesetzt. Das aktuellste Beispiel, auf das wir in unserer Dauerausstellung verweisen, ist der Umgang mit Gefl\u00fcchteten. Die zunehmende Zahl an Gefl\u00fcchteten in den 1990er Jahren, aber auch nach 2011 verst\u00e4rkte teilweise die Angst vor einer vermeintlichen \u201e\u00dcberfremdung\u201c. Gerade islamistische Terroranschl\u00e4ge in Europa f\u00fchrten dazu, dass Menschen mit Migrationshintergrund, die dem Islam angeh\u00f6ren, von manchen Teilen der Bev\u00f6lkerung als Bedrohung wahrgenommen und aufgrund dessen abgelehnt wurden und werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei unserem p\u00e4dagogischen Angebot fokussieren wir uns auf die Ausgrenzung der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur. Auf der Grundlage mehrerer Zeitzeugeninterviews, die von der Shoah Foundation in den 1990er Jahren aufgenommen wurden, analysieren wir gemeinsam mit den Besuchergruppen die Situation der Mainzer J\u00fcdinnen*Juden in der Zeit bis 1938. Unsere Besucher*innen lernen so unter anderem einen j\u00fcdischen Mainzer kennen, der berichtet: \u201eNat\u00fcrlich wurde man mit Rufen wie \u201aJude! Jude! Jude!\u2018 bedacht. Das war abf\u00e4llig gemeint. Man versuchte, sich davon nicht ber\u00fchren zu lassen, aber das ist schwer, es ist verletzend. Besonders wenn man noch klein ist und nicht versteht, was man getan hat, um solche Reaktionen hervorzurufen.\u201c Diese Zeitzeugeninterviews sind in unserer Bildungspraxis unersetzlich. Wie nahmen sie Antisemitismus in der Bev\u00f6lkerung wahr? Was gab schlie\u00dflich den Ausschlag f\u00fcr eine Auswanderung oder eine Flucht aus Deutschland? Warum erinnern sie sich an diese Zeit zur\u00fcck und geben ihre Erinnerungen an die Nachwelt weiter? Letztlich geht es darum, der Opfer gemeinsam zu gedenken, die Erinnerung wachzuhalten, aber auch den aktuellen Umgang mit bestimmten Bev\u00f6lkerungsgruppen kritisch zu hinterfragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kommt es zu Ausgrenzung und Verfolgung und wer ist davon betroffen? Besch\u00e4ftigt man sich mit dieser Frage, wird schnell deutlich, dass Ausgrenzung und Verfolgung in Deutschland historisch gewachsen sind und es sich nicht um Ph\u00e4nomene handelt, die ausschlie\u00dflich zur NS-Zeit aufgetreten sind. 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